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Der Pepper in Frankreich und Spanien, mit Irrfahrt und schönen Erlebnissen…

Tag Miteinander,

unseren zweiten Reisebericht nach „Skandinavien mit dem Pepper…“ schreibe ich genau so frei von der Leber weg wie den ersten und nehme Euch einfach mit auf unsere Fahrt durch Frankreich und Spanien und versuche Euch damit ein bisschen zu unterhalten. Eine „kleine“ Irrfahrt war auch noch zu haben gewesen, da konnten wir natürlich nicht nein dazu sagen, aber dazu später mehr.

Sommerurlaub nach, bzw. immer noch während Corona, war angesagt. Der Akku war dermaßen leer gesaugt nach all dem Mist, dass der Plan eigentlich recht einfach erschien: ab ans Meer und einfach mal 2 Wochen gaaar nichts tun.

Den Pepper vor der Fahrt noch technisch in Ordnung gebracht, gepackt und gewaschen und uns natürlich ebenso, inkl. Impfung, Impfausweis, App und tra la la.

„Wir fahren um 22.00 Uhr los und durch die Nacht, dann sind wir am nächsten Morgen am Mittelmeer“, hatte ich großschnäuzig meiner Frau verkündet. Also früh abends noch ein wenig aufs Ohr gelegt, damit das klappt. Nächster Morgen gegen 5 Uhr gings dann los – leichtes, müdes lächeln der Frau 🙂 …wir fuhren von zu Hause aus knapp zwei Stunden, dann gingen wir bei Mühlhouse über den Rhein nach Froooonkreisch.  „Läuft ganz gut, wenig Verkehr“, sagte meine Madame auf dem Beifahrersitz, ein kurzes, kurzatmiges „ja“ erwiderte ich und ließ weg, dass mir seit ein paar km aufgefallen war, dass unser Auto beim beschleunigen einen seltsamen Aussetzer hatte, der sich nun ständig wiederholte. Entschieden hatte ich, Ihr nichts davon zu sagen und mit dem Pepper war ich übereingekommen – „ziehs durch blöder Bock und bring mich in den Urlaub“ (Heimfahrt ist mir dann egal).

Wenige km weiter erblickten wir dann voller „Freude“ unser Lieblingsschild auf ausländischen Autobahnen „Peage“, auch bekannt unter Urlauberabzocke, nun ja, eigentlich wollten wir quer durch Frankreich fahren und keine Maut bezahlen, aber das ist dann doch langwierig und anstrengend, als über die, wirklich guten, Autobahnen in F zu preschen. Meinte, dachte und glaubte ich bis hier her.

Einige Zeit später erreichten wir Lyon – die Spannung stieg – wie, bzw. auf welchen Strassen, werden wir dieses mal durch dieses Dorf fahren? Hierzu die Schlaufe, dass wir schon 10 Mal da durch gefahren sind, aber gefühlt auf 13 verschiedenen Routen, so richtig verstanden hab ich das noch nicht… wie dem auch sei, es war wieder irgendwie anders, mittlerweile ist das eine belustigende Nebensache der Fahrt in den Süden F’s für uns.

Lyon also gerade hinter uns, da packt es mich doch „ich fahr hier mal Richtung St. Etienne“, sagte ich freudig und entschlossen. Die Frau zieht die Augenbrauen hoch und denkt sich Ihren Teil – so Richtung „der Typ hat sie doch nicht alle“, sie frägt „wieso jetzt St. Etienne?“ „Hm, kenn ich von früher vom Fußball, wollt ich immer mal schon hin, wir gucken Mal, wo wir rauskommen“ Da kein Veto von rechts vernommen werden konnte, führte uns der weitere Weg über St. Etienne und einige Serpentinen hoch und runter ins Loiretal bzw. hoch auf die Rücken der Hügelketten, die sich links und rechts davon säumen. In Kartensprache übersetzt, wir fuhren von der A7 weg auf die A47 und weiter über die N88 Richtung Süden.

Die N88 also, aha, eine Nationalstrasse, die wir ohne Maut, sehr oft auf 4 Spuren und bei gutem Ausbaustand über allerlei Brücken – hier kommt gleich noch eine Anmerkung dazu – dann doch quer durch Frankreich fahren konnten und dabei beide gleichermaßen feststellten: was für ein super schönes, was für ein großes, was für ein wesentlich dünner besiedeltes Land das hier doch ist. Frankreich – schockverliebt!

Die N88 brachte uns bis Chateauneuf de Randon, sie hätte uns auch noch weitergebracht, aber wir, meine Frau würde sagen, ich,  habe auch einen Ruf zu verlieren. Wenn wir unterwegs sind, dann muss schon auch ein Teil ‚Adventure‘ dabei sein. Ich bog halt einfach mal wieder rechts ab, hieß D1 und war eine kleinere Überlandstrasse, also so ähnlich wie bei uns eine kleine Verbindungsstrasse zwischen zwei Dörfern. Die Durchschnittsgeschwindigkeit ging Richtung 16 km/h, die Dörfchen wurden wieder bezaubernd und die Menschen die wir sahen konnten wir wieder an eher einer Hand abzählen (siehe Bericht: Skandinavien mit dem Pepper… :-))

Frankreich mittendrin, Wälder, Wiesen, Berge, Hügel, Seen, Dörfer und immer wieder Brücken. Frankreich ist ein Brückenbauland! Aber keine maroden Dinger wie oftmals bei uns, die Brücken sehen alle Top aus, wenn ich die Wahl hätte, würde ich immer die französische Brücke nehmen, gar keine andere, mann o mann dafür geben die ganz offensichtlich mehr Geld aus, als z. B. wir (mir fallen da aber auch noch andere ein, kommt später auch noch).

An dieser Stelle halten wir fest, die N88 sind wir nicht zum letzten mal gefahren, nicht nur weil wir uns Maut sparen, sondern weil der Teil Frankreichs einfach wunderschön ist.

Die D1 traf dann bei Marvejols im weiteren Verlauf auf die A75, die wir dann bis zum Viaduc de Millau, mautfrei, befuhren. Am Viadukt machten wir Pause und sahen uns das Bauwerk an. Mir fällt dazu nur „großartig“ ein. Vielleicht sollten sich die Europäer in all Ihren Eigenheiten von Nord nach Süd und West nach Ost in viel größerem Maße einig darüber sein, dass wir hier schon was können auf unserem Kontinent, im internationalen Vergleich, in Einigkeit jedenfalls, keinen Vergleich zu scheuen brauchen. Na ja, nur so ein Gedanke eben…

Brücke also toll, kostet 16.50 Euro zum drüberfahren, ok, machen wir.

Noch ne Stunde oder so, dann bekommt das Land deutlich südlicheren Touch, mehr Wärme, mehr Sonne, mehr Südfrankreich. Schön! Beziers, Narbonne, Perpignan, wir hatten beschlossen auf den N’s weiterzufahren um mehr Eindrücke wahrnehmen zu können – hat geklappt und ist zu empfehlen.

Unser eigentliches Reiseziel für diesen Tag, Tourispanien, rückte in greifbare Nähe und wir erreichten am Abend unseren Übernachtungscampingplatz in der Nähe von L’Escala an der Costa Brava.

Corona hatten wir hier schon hinter uns gelassen, keiner wollte was von uns, an der Grenze nicht und sonst auch nicht. Ob wir in D da ein wenig übertreiben, lassen wir offen. Einmal schlafen, dann am nächsten Morgen über die ebenfalls guten spanischen Autobahnen nach Playa Montroig, endlich Strandurlaub machen.

Playa Montroig, so meine Meinung, einer der schönsten Campingplätze die ich kenne,  a b e r, und das aber schreibe ich groß, es ist eben nur schön dort, der Stellplatz unter großen Palmen, zum Teil mit Blick aufs Meer, das ist großartig, der Rest ist eher Durchschnitt, bei gesalzenen Preisen, wer dort hin will, der kauft den tollen Stellplatz, mehr eigentlich nicht, oder doch, der kauft auch wenig bis keine deutsche Betreuung, der kauft auch fast ausschließlich spanische Gäste, da wird dann schon mal um 1 in der Nacht angefangen zu grillen, muss man also mögen…

…uns macht das nix, einmal des nächtens sagte ich zu Martina „ich geh jetzt gleich raus und setz mich einfach dazu und ess mit“ so gut hatte es nach frischem, gegrillten Fisch geduftet.

Wir kamen zu unseren Tagen des Nichtstuns, wir hatten die Entspannung auch wirklich nötig und die Akkus wurden gleichmäßig aufgefüllt. Am siebten Tage dann überkam mich so ein Gefühl, nach italienischer Pizza und italienischem Eis – hmmmmm, ich denke Ihr wisst schon was kommt, Abfahrt in 2 Stunden 🙂

Mit leichtem Kopfschütteln ergab sich die Frau dem Wahnsinn des Mannes, nun an der kompletten Cote d Azur entlang nach Italien, genauer nach San Remo, fahren zu wollen. Sind ja nur 850 km.

Ok, nicht das hier ein falscher Eindruck entsteht, auch meine Frau trug den Plan mit, wir hatten beide Lust darauf, zumal wir vom Campingplatz „Dei Fiori“ schon gutes gelesen und in Youtube gesehen hatten.

Das Thema „Irrfahrt“ begann, oder besser eine einzige Irrfahrt oder Irrenfahrt folgte.

Ich hab am Pepper innen an der Türe alle Landesflaggen der Länder, in denen der Pepper schon war, so kam ich auf die glorreiche Idee,  „Du, wenn wir da schon langfahren, Monaco würde sich als Flagge auch gut auf dem Pepper machen, oder?“ „NEEEEEEE, das muss nicht auch noch sein, mit dem großen Auto hier!“ hörte ich mir (zumindest) an. Na ja waren ja noch ein paar km bis dahin und noch viiiiiiiiel mehr Mautstellen und noch viiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiel mehr Mautgeld.

Am späten Abend sah ich ein Schild da stand "Nice" drauf - ich fuhr raus. Die 'Promenade des Anglais' ist ja bestimmt sehenswert, alleine schon wegen der Möchtegerns, die sich auf so einer Strasse gerne mal rumtreiben. Cool, man kann die Strasse kaum verfehlen, zuerst runter von der Autobahn, dann direkt am Flughafen der Stadt vorbei und damit auch an duzenden, also wirklich duzenden, von "Reichenfliegern", die mit sechs oder acht Fenstern seitlich, glaubt mir, ich hab den Mund nicht zubekommen, so viel Geld stand da rum.

Die Promenade zieht sich bestimmt 5 bis 6 km lang, schon toll zu sehen, die alten Gebäude, die neuen Gebäude, sehr viel Geld, was da rumsteht, die Partyboote, die Menschen die hier sind, oder zu sein scheinen, nicht unsere Welt, aber sehenswert. Außer uns war hier  g a r k e i n Wohnmobil zu sehen, war mir egal. Warum ich hier langefahren bin? Weil ichs kann. Also zumindest bis ans Ende der Prachtstrasse, weil dann kommt eine Höhenbegrenzung, 2,2m max., toll, gerade noch die Klappe aufgerissen, nun einen U-Turn auf der vierspurigen Strasse, ausgehend von ganz rechts.

Hmmmm, ich glaub die Porschs, Ferraris und Lambos fanden das nicht soooo prickelnd. Deren Hupen haben jedenfalls funktioniert 🙂 Die Insassen des Womos schluckten kurz und sind die Promenade wieder zurückgefahren, gefühlt haben uns die Leute ein wenig von oben herab angesehen – ah, die schon wieder, nix wie raus aus dem Moloch, ab nach Italien. Oder fast. Kommt ja noch Monaco. Ich fuhr raus.

Mittlerweile sagte die Sonderausstattung meines Peppers „Lieblingsfrau auf dem Beifahrersitz“ nichts mehr dazu, sondern war damit beschäftigt, dem Honk auf dem Fahrersitz die bestmögliche Route da rein und wieder raus zu navigieren. Ich war milde gestimmt, „ok, es reicht wenn wir mit allen vier Rädern hinter dem Ortschild/ der Landesgrenze sind, dann kann ich die Flagge ins Auto kleben“. Was soll ich sagen, ich hab den Spruch überlebt, sie hat mich nicht erwürgt.

Man fährt also den ‚Fürst Rainier III‘ Tunnel da runter durch den Berg nach Monte Carlo, sieht das Ortsschild, hält sich an die Absprache, stoppt das Auto direkt dahinter in einer Bushaltestelle, freut sich, die blöde Flagge kleben zu können und fährt über den nächsten Kreisverkehr direkt wieder zurück – meint man zumindest, bis man sieht, dass man nun im ‚Fürst Albert‘ Tunnel fährt, wie das, wir sind doch direkt wieder zurück? Wir wussten nicht was passiert, aber ehe wir uns versahen, fuhren wir durch das Dorf der Dekadenz. Nur zur Erklärung, es war mittlerweile 23.30, also Nacht, und wir fuhren da nur durch, aber was wir sahen, war so mit einem Überzug aus purem Geld glasiert, das es einem normalen Menschen eigentlich nur schlecht wird. Keine falschen Schlüsse bitte, natürlich ist das schon beeindruckend, was man mit Geld bauen kann, und die Ingenieursleistungen dahinter sind aller Ehren wert, aber die Ungleichheit von Normal zu Reich wird hier erschlagend deutlich.

Ich hatte es wirklich so nicht gewollt, aber wir mussten nun eben zusehen, wie wir wieder auf die Autobahn kommen, große Autos sind in Monaco wohl nichts wirklich besonderes, aber als 2,2 m breites und fast 7 m langes Womo doch eher hinderlich zu fahren. Gut, dass ich das ca. DIN A 4 große Schild der Autobahn nicht übersehen hatte und direkt dem Pfeil mal nachgefahren bin. Nun, was soll ich bei dieser Irrfahrt sagen, es war die Fahrt durch die wahrscheinlich engste Strasse Monte Carlos, steil den Berg hoch, links und rechts Anwohnerautos und wir mittendrin – toooooll.

Nach einigem hin und her hatten wir das Loch gefunden und sind dem Nadelöhr Monaco entrungen. Ich halte fest, fahrt da hin um Euch den Wahnsinn anzusehen, aber fahrt nicht mit dem Womo, das macht keinen Spass.

Jetzt noch ein paar km, Grenze passieren – „Bella Italia, knutsch, knutsch, knutsch“ schrie ich. Ja von wegen, die hässlichste Autobahn ever, über Ligurische Brücken bei denen uns wirklich ein ‚Genua‘ Gefühl beschlich, was für eine hässliche, ungepflegte Gegend. Zum Glück hatten wir ja das Ziel des schönen Campingplatzes ‚Dei Fiori‘ im Sinn, den wir dann gegen 2 Uhr in der Nacht erreichten. Vom Auto aus hatten wir bei der Anfahrt einen Platz gebucht und bezahlt, einfach vors Tor gestanden und genächtigt, von schlafen konnte keine Rede sein, die Strasse oberhalb des Campingplatzes war einfach zu laut.

Nächster Morgen 9 Uhr, Besichtigung Campingplatz – jetzt mal unschön: so ein verdammter Sch… das ist kein schöner Campingplatz, sondern ein alter, hässlicher, maximal besserer Stellplatz, in einer Gegend, die auf mich wirkte, wie wenn sie aus der Zeit gefallen wäre. Nichts, aber auch gar nichts, was mich erwartete  wollte ich, sauer war ich, hatte ich mich vom schönen Schein des You Tubes blenden lassen.

„Abfahrt sofort“, brach es aus mir heraus. Martina hatte mir offensichtlich angesehen, dass das ernst gemeint war, keine lustigen Gespräche oder Blicke, kein Urlaubsverhalten, einfach nur weg hier! Geld nach einiger Verhandlungszeit zumindest zum Teil zurückerobert, weg hier. Ligurien – nie wieder, ich mags einfach nicht hier.

Frage: Wohin? Richtung Heimat, also Lago Maggiore oder so, wollte ich nicht, Wetter dort bescheiden, ausserdem hatten wir ja schon noch Lust auf Urlaub – saurer Apfel, zurück nach Südfrankreich, sind ja nur 450 km bis ‚Serignan Plage‘ in der Nähe von Beziers. Waren ruhige km von Italien nach Frankreich, beide Personen hatten (sich) nicht sehr viel zu sagen…

Den Platz in Südfrankreich erreichten wir am Nachmittag und wir waren beide komplett platt, 1300 km umsonst, jede Menge Maut, eine grausame italienische Erfahrung, kann nur besser werden hier. Es wurde besser, sehr nette und freundliche Bedienung beim einchecken, origineller, vielleicht sogar typisch französischer Platz, mit gutem Essen. Sehr schön hier. Nur meine Laune war nicht gut, der vergangene Tag hatte mir irgendwie den Zahn gezogen. Essen, bisschen Zerstreuung bei der abendlichen Sause auf dem Campingplatz-Marktplatz, dann schlafen.

Wird jetzt hart für alle, die glauben, bei Ihnen wäre die Zentrale der Irren – ne, ist bei uns. Ich habe am nächsten Morgen meine Laune nicht in den Griff bekommen, ich wollte wieder zurück nach Spanien, wo wir vorgestern losgefahren waren. Die Frau, also die beste aller Ehefrauen, hat auch das mit mir mitgemacht – superlieb!

Zweieinhalb Stunden später standen wir wieder in Spanien, wir beschlossen, oben an der Costa Brava zu bleiben, uns ein paar hundert km auf der Autobahn zu ersparen.

Allena Ballegro hieß der Platz, den wir gefunden hatten und der uns für den Irrsinn, den ich da angezettelt hatte, entschädigte. Nette Leute, gute Organisation, guter Platz, tolles Meer, toller Strand – endlich wieder Urlaub. Der Ärger war sofort vergessen, chillen war Trumpf.

Die Tage vergingen und es kam der Tag der Rückfahrt nach dem fernen, verregneten Deutschland,  Martina hatte bereits bei der Abfahrt von zu Hause erklärt, dass Sie die Lavendelfelder in der Provence gerne mal sehen würde. Logischerweise habe ich diese Vorlage aufgenommen und so gestaltete sich die Heimfahrt folgendermaßen:

Autobahn bis Avignon, dann raus, rechts Richtung Avignon und Felder, links Richtung Pont du Gard, „da wollt ich ja auch schon immer mal hin“ vernahm ich fragend… logo, den Wunsch erfüllen wir doch gerne und sorgen dabei auch gleich für einen kleinen Ausgleich des oben beschriebenen Wahnsinns, in den ich Sie in den Tagen zuvor reingeritten hatte.

Am Pont du Gard angekommen, nennen wir es Vollturismus, erstmal für den Blick auf ne Brücke 18 Öre berappt, dann durch ein Museum getingelt, dann noch ca. 1 km bis zur Brücke gehechelt – über 30 Grad, staubtrockene Luft. Zugegeben, mich toucht das nicht so wirklich an, eine Brücke anzusehen, aber die hat dann doch was, die Baumeister von damals haben in der Tat auch einen guten Job gemacht. Kleines aha Erlebnis am Rande: Steht doch da an der Brücke ein Schild, man möge sich dem Ort entsprechend gediegen verhalten. Wir, Deutsch, tun das natürlich, laufen sehr staatstragend um die Ecke auf die Brücke und sehen nach unten in den Fluß – Volltouri, Wasserspaßalarm, eine Million Menschen und noch mehr Geschrei - AHA !

War interessant, nun aber weiter zu den Lavendelfeldern. Ah ne, wir kommen doch sowieso durch Avignon, da ist doch die Brücke von Avignon, die sehen wir uns auch noch an, waren wir beide der Meinung. Also ab nach Avignon. Wer da hin fährt, mit nem Wohnmobil, der stellt fest, dass die Parksituation als bescheiden bezeichnet werden kann, wir hätten km weit weg parken müssen um dann am besten mit dem Bus zur Brücke zu gelangen. Nicht so meins, auf dem Busparkplatz direkt an der Brücke geparkt, entweder nix oder Ticket. Schnell auf die Brücke – überflüssig zu erwähnen, dass wir da wieder mit 10 Euro gecharged wurden – und mitten auf der Rhone ein Tänzchen abgehalten „auf der Brück von Avignon lasst uns tanzen lasst uns tanzen, auf der Brück von Avignon, lasst uns tanzen rundherum“ (könnt Ihr Euch an die Kindheit erinnern, als wir das im Kindergarten gesungen haben?)

Parkstrafzettel hatten wir auch keinen bekommen, perfekt.

So nun wieder die Strassen: War also von Spanien die A9 bis Avignon, von dort sind wir die D942 über Carpentras nach Sault gefahren. Die Strecke ging über Berg und Tal durch ein paar kleine –auch hier ahnt Ihr mittlerweile – bezaubernde Dörfchen, hinauf bis kurz vor Sault, da fuhren wir über die Höhe weg und vor uns lag ein ganzes Tal voller lila Lavendelfelder, ein wirklich schöner Anblick! Lavendel links, Lavendel rechts, ein Feld schöner als das andere. Wie ganz am Anfang erwähnt, was haben die da für ein schönes Land.

Wir waren so weit rein gefahren, dass ich dachte, komm lass uns die Heimfahrt genauso durchtingeln wie die Herfahrt. Nächste Strassen waren von Sault aus die D942 und die D1075. Berg und Tal, Wiese und Feld, Heuballen und Bauernhöfe, Serpentinen und mehrspurige Strassen haben wir hier gesehen.

Der Tag war nun wieder lang, Lalley sollte der Ort heißen, in dem wir einen kleinen Campingplatz ansteuerten, der uns über die Nacht bringen sollte. Hier haben Fuchs und Hase Angst, dass sie sich gute Nacht sagen müssen, da hörst du in der Nacht n i c h t s. Out of Rosenheim. Aber geil. Am nächsten Morgen gezahlt, auch hier mit sehr freundlichen Besitzern des Platzes zu tun gehabt.

Überhaupt, die öfters mal gehörten Ressentiments die die Franzosen uns gegenüber haben sollen, haben wir zu keinem Zeitpunkt, an keinem Ort, erlebt. Selbst der Pizzabäcker im Pizzawagen an der Strasse war bemüht, unser nicht vorhandenes Französisch in etwas brauchbares umzumünzen.

Also hier klare Entwarnung 🙂

Nun wurde echt die Zeit eng, der Trott in Deutschland kam gefühlt immer näher, so sind wir den Rest der Strecke über die D1075 bis Bourg en Bresse, die A39, die N83 und A36 wieder zurück nach D gefahren.

Urlaub und Bericht vorbei. Leider.

Fazit: Durch Frankreich auf der Autobahn geht schnell, durch Frankreich auf den Nationalstrassen ist schöner. Tolles Land, eine Liebkosung für die Sinne. Empfehlenswert.

Now it`s your turn,

wir grüßen Euch, Martina und Thorsten

 

Zum Auto: die dämlichen Aussetzer wurden während der Fahrt immer deutlicher, wahrscheinlich hat sich das Abgasregelventil (NP inkl. Einbau bei Peugeot ca. 1.100 Euro) verabschiedet, ich hoffe zumindest, dass es das ist, sonst wird’s wohl langwierig. Auto steht aktuell beim Händler, die Frage nach der Garantie wird gerade geklärt, dazu melde ich weiteren Vollzug, in dem von mir eröffneten Bericht „Motor ruckelt einmalig…“

Immerhin, das Ding hat uns hin und her gebracht und auch bei der Irrfahrt mitgemacht 🙂

 

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Hey Thorsten,

Du hättest Urlaubsromanautor werden sollen. Total unterhaltsam geschrieben. Freue mich schon auf unser nächstes Treffen(Hoffentlich übernächste oder überübernächstes WE).

Gruß

Adrian

P.S. liebe Grüße an Martina😘

helmutderkaefer hat auf diesen Beitrag reagiert.
helmutderkaefer
Gut Ding will Weile haben, Pepper MEG 2018, Peugeot 163 PS, KZ: ED...... getauft auf den Namen "BEPPO" Ein-, Umbauten und Optimierungen auf Nachfrage 😉

Moin Thorsten,

klasse Bericht von eurem Roadtrip und schöne Bilder 🙂

Meine Frau erwartet auch im nächsten Jahr Lavendelfelder zu sehen, da werde ich deine Stationen mal im Hinterkopf behalten 🙂

Gruß

Thomas

P.S. gab es in Italien wenigstens die Pizza für die ihr den "kleinen" Umweg gefahren seit oder ist die auch entfallen 🙂

helmutderkaefer hat auf diesen Beitrag reagiert.
helmutderkaefer
Pepper 600 MEG 2020 mit dem Herz eines Löwen .....Kennzeichen H-.....

Hallo Thorsten,

Wollte eigentlich für meine geplante 6wöchige Spanientour am Mitte September etwas aus diesem Bericht abgreifen. Dein Reiseverhalten entspricht allerdings nicht meinem Gusto. Ihr habt den Urlaub fast nur im Pepper verbracht. 😉

Da es ein guter Reisebericht (kein langweiliger Schreibstil und mit einer gehörigen Portion Selbstironie gespickt) ist und die Geschmäcker ja verschieden sind habe ich ihn zu Ende gelesen. Meine bessere Hälfte wäre nicht so geduldig wie Deine Ehefrau.

Gruß

Olaf

helmutderkaefer hat auf diesen Beitrag reagiert.
helmutderkaefer

Tag Miteinander,

@Thomas: Ne, wirklich nicht, ich war so angesäuert, dass ich nicht mal ein Eis in Italien gegessen hab.

@Olaf: Ha, dann lies mal "Skandinavien mit dem Pepper" - da wars ein echter Roadtrip, hier hatten wir ja zumindest 2x 7 Tage Strandurlaub 🙂 und ja, ich freu mich auch, dass meine Liebe so geduldig mit mir ist 🙂 und nochmal ja, mein Reiseverhalten entspricht auch nicht meinem Reiseverhalten - zumindest in dem Fall...ne ernsthaft, alles gut, war halt ein 'Mad Holzweg' 🙂

Grüße Euch, Thorsten

Pepperdu hat auf diesen Beitrag reagiert.
Pepperdu
Martina und Thorsten PEPPER MEG 2018 Peugeot 163PS Kz. PF-...

Klasse Bericht !!! - Hut ab!!! Vor Deiner Schreibweise und Deiner Frau 😀

Ich kann Deine Worte was die Französischen "Route National" angeht nur bekräftigen. Wenn auch nicht im WoMo (hatte damals "nur" n Cabrio) aber die Strecke Müllheim/Neuenburg (D) nach La Rochelle (F) sind wir zu 80% auf den "N" Straßen gefahren - und das war so klasse.

Daher kann ich jedem nur dazu raten, wenn er durch Frankreich fährt - schaut nach "Ausweich" Möglichkeiten der wirklich sehr guten Autobahnen und nehmt die Route National. Die sind teils 4 spurig ausgebaut und man sieht soooo viel mehr und tolle Landschaft.

 

Danke für den Tip bzgl. Monaco ... schon mal 1 Ziel weniger was im Pepper angesteuert wird - auch sehr gut "begründet" 😀

 

 

helmutderkaefer hat auf diesen Beitrag reagiert.
helmutderkaefer
Grüßle aus dem wilden Süd-Westen der Republik --> C(hris)&C(hristiane) - Pepper MEG - MJ-21 / KZ: FR-...