Vorhang als Verdunkelung und Kälteschutz

Wie allgemein bekannt sein dürfte, ist die Originalverdunkelung des CaraCompact nicht die optimale Lösung und umständlich anzubringen. Dazu gibt es zwar eine Alternative und zwar die Fahrerhausverdunkelung Remifront, die allerdings sehr hochpreisig ist und auch das Sichtfeld während der Fahrt einschränkt.

Wir wollten einen Vorhang, der nicht nur die Scheiben der Fahrerkabine verdunkelt, sondern auch einen Kälteschutz bietet. Wir sind auch im Winter unterwegs, da kann es schon sehr kühl werden und dabei spielt auch die Zugluft die aus der Fahrerkabine kommt eine wesentliche Rolle. Ich habe auf dem gedrehten Fahrersitz schon das ein oder Mal aufgrund der unangenehmen Zugluft mit Mütze gesessen.

Wir haben einige Varianten vorher ausprobiert, die allerdings letztendlich nicht zu dem gewünschten Erfolg führten. Die nachfolgende Möglichkeit hat uns letztendlich überzeugt und sich bei mehreren Reisen in der Wintersaison bewährt.

Da sich der Vorhang schnell vorziehen und auch wieder zur Seite schieben lässt, muss man ihn auch nicht über mehrere Tage zugezogen lassen. Deshalb haben wir ihn morgens auch immer zur Seite gezogen. Er kann an den Seiten auch so verstaut werden, dass er beim Fahren nicht stört.

Materialien:

Ihr braucht zunächst den Vorhang und wie ich eine Frau, die mit einer Nähmaschine umgehen kann. Wir haben einen eher leichten Vorhang gewählt, der eine gute Qualität aufweist. Dabei handelt es sich um einen grauen blickdichten Verdunkelungs-Thermo-Stoff. Von diesem >> HIER << haben wir 6 Meter bestellt.

Weiterhin benötigt Ihr eine Befestigung. Im Caracompact ist unterhalb des Dachfensters in der Fahrerkabine eine Ablage, die einen Rand hat. Dieser umgibt die gesamte Fahrerkabine und ist hervorragend für eine Vorhangbefestigung geeignet, dazu allerdings später mehr. Ich habe zur Befestigung die nachfolgenden Haken verwendet, die Ihr für einen günstigen Preis >> HIER << erhalten könnt. Ich habe insgesamt 50 Stück bestellt, bei dem Preis auch kein Problem, wenn ein paar übrig bleiben.

Damit der Vorhang an den Seiten später anliegt und es nicht zwischen Vorhang und der Seitenverkleidung durchzieht, muss er zusätzlich an den Seiten befestigt werden. Man kann das unter anderem mit Klettbändern machen, ich habe allerdings dazu hochwertige Druckknöpfe aus dem Bootszubehör verwendet.  Diese könnt Ihr z.B. >> HIER << bestellen. Billige würde ich nicht nehmen, die taugen nichts und lassen sich schlecht verarbeiten. Bei dem Set ist alles dabei was man braucht. Zusätzlich benötigt Ihr nur einen Hammer und ein Brett, das Anbringen der Knöpfe am Stoff und der Unterteile an der Seitenverkleidung ist kinderleicht.

Fertigen und Aufhängen der Vorhänge:

Zunächst werden zwei Vorhänge genäht, die je eine Größe von 170 cm hoch und 210 cm breit aufweisen. Wie das auch bei normalen Vorhängen der Fall ist werden sie umgenäht, gerafft und an die Oberseite wird ein Kreuselband angenäht, in das später die Haken eingefädelt werden.

Wenn die Vorhänge fertig sind, werden die Haken mit der kleinen geschlossenen Öse in die Schlaufen des Kreuselbands eingefädelt. Dazu brauch Ihr einen kleinen Schraubenzieher, um die Öse ein wenig auseinander zu biegen. Mit einer Zange würde ich das nicht machen, da ansonsten ein bleibender Schlitz entsteht und die Haken sich selbst ausfädeln und runterfallen können. Ist zwar ein wenig Gefummel, muss man aber nur einmal machen. Der Abstand zwischen den Haken sollten ca. 10-15 cm betragen.

   

Wenn Ihr die Haken eingefädelt und die Gardinen mit den Haken über die “Reling” aufgehängt habt, sind nun die Druckknöpfe für die Seiten dran. Ich habe an jeder Seite 4 Knöpfe angebracht. Zunächst habe ich mir die Stellen an der Seitenverkleidung (Holz) gesucht, die Abstände sollten möglichst gleichmäßig sein, beachtet dabei auch die Biegung im oberen Teil. Dann habe ich die Unterteile der Knöpfe nach leichtem Vorbohren festgeschraubt. Danach habe ich den Stoff des aufgehängten Vorhangs über die Knöpfe gelegt, leicht gespannt und mit einem Stift auf dem Stoff die Knopfpositionen angezeichnet. Danach habe ich dann an den Stoff die Knöpfe nach der im Set enthaltenen Anleitung angebracht.

   

Damit seid Ihr fertig, mehr ist nicht zu tun. Der Vorhang lässt sich zum Waschen leicht entfernen, ist aber nicht schmutzanfällig. Bei der Farbe haben wir die richtige Wahl getroffen, es ist ungefähr das gleiche grau vom Tisch und passt deshalb sehr gut. Die unangenehme Zugluft, die durch die Türen und Lüftungsschlitz der Fahrerkabine kommt, wird durch die Vorhänge komplett unterbunden. Das dankt uns vor allen Dingen unser Hund, der sein Nachtlager vor der Stufe hat. Die Verdunklung ist hervorragend, es scheint keinerlei Licht durch. In der Mitte kann man durch die Breite der beiden Teile die Vorhänge gut “überlappen” lassen. Eine Verbindung mit Knöpfen oder ähnlichem der beiden Vorhänge in der Mitte ist dadurch nicht notwendig. Man kann aber trotzdem noch gut durchgreifen, wenn was in der Ablage der Fahrerkabine gebraucht wird oder man z.B. das Navi/Radio bedienen will.

    

Autor: Kaubo, 17.02.2018

16 Kommentare

  1. Der Stoff ist gekauft, die Haken bestellt.
    Allerdings werde ich etwas weniger Stoff verarbeiten, damit die geraffte Gardine nicht so dick ist und am Tisch “stört”.
    Ich habe mich für ein dunkles braun entschieden.
    Die Druckknöpfe muss ich auch noch besorgen.

  2. Bin auf das Ergebnis und Deine Meinung gespannt. Wir sind mit dem Vorhang zufrieden und brauchen nichts zusätzliches mehr. Er hält Zugluft und Kälte ab und ist Blick- und Lichtdicht. Die Scheiben laufen nur geringfügig an, weitaus weniger als bei den Reimo-Rollos und den Thermomatten.
    Hatten eine direkte Vergleichsmöglichkeit mit einem Pepper-Freund.

    Gruß Kai

  3. So, der Vorhang hängt!
    Es fehlen nur noch die Druckknüpfe: dann wird der Spalt zu den Seitenscheiben auch noch verschwinden.
    Bild geht ja jetzt leider nicht…

    Kai, wozu brauchtest du einen Schraubendreher beim Einsetzen der Haken? Bei mir ging es ohne, bzw. ich finde dass die Haken noch enger ein könnten, damit sie nicht so leicht abgehen….

  4. Hallo Gertrud,

    da hast Du die Vorhänge ja bald fertig. Wenn Du möchtest, kannst Du ja später ein Bild ins Forum einstellen.

    Der Schlitzschraubendreher habe ich dafür verwendet, um die Haken ein wenig zu spreitzen, damit ich sie in die Gardinenlaschen einhängen konnte. Das ging leider nicht anders ohne die Laschen zu beschädigen, da die Hakenenden auf der Biegung press auflagen. Ich hoffe Du weißt, was ich meine. Das scheint ja dann bei Deinen Haken nicht so der Fall zu sein.
    Wenn der Abstand zu groß ist, hat das den Nachteil, dass sie rausrutschen können. Vielleicht solltest Du ihnen einen kleinen Schlag mit einem Gummihammer verpassen 🙂

    Gruß kai

  5. Wir haben unseren Pepper seit dem 09.06.2018. Eines der nächsten Projekte wird ein solcher Vorhang sein. Kaubo, Du sagst, der Vorhang sei ein guter Kälteschutz. Wie sieht das im Sommer mit zusätzlicher Aufheizung aus?

  6. Sobald wir morgens aufstehen, wird der Vorhang an die Seiten geschoben. Wenn das mal bei hoher Wärme später gewesen sein sollte, konnte ich bisher keine erhöhte Hitzeentwicklung feststellen. Die Wärme bleibt dann auch hinter dem Vorhang, wenn die Sonne aufs Cockpit strahlt.

  7. Um die Reling zu schützen, haben wir eine flache Aluleiste montiert. Fotos davon kann ich hier leider nicht anhängen. Aber im Forum unter “Kaffeemaschine und andere Kleinigkeiten” könnt ihr auf Seite 5 zwei Bilder sehen.
    Wegen der Handlichkeit habe ich zwei Leisten gekauft, die an einer Stelle aneinander stoßen. Besser wäre natürlich eine längere Schiene gewesen…

  8. Hallo zusammen,
    nach den Erfahrungen mit früheren Wohnmobilen, bei denen im Winterurlaub immer die Scheiben innen total nass waren, haben wir uns jetzt eine Aussen-Thermomatte angeschafft. Diese passt genau auf den Pepper und wir einfach an den Türecken eingehängt und mit Gummizügen gespannt.Montagezeit 2 Minuten.
    Das Mittelteil an der Frontscheibe lässt sich per Klettverschlüssen abklappen und man hat freie Sicht, wenn man will.
    Vorteil: Im Sommer bleibt die Wärme draussen und im Winter kann die Luft an den Scheiben zirkulieren und aussen vereist nichts.
    Auch den Preis finde ich ok.
    Bilder und Angebot unter folgendem Link.
    Gruß Walter

    https://www.fritz-berger.de/artikel/hindermann-aussenisoliermatte-four-seasons-398

  9. Hallo Walter,
    diese Matte hat sich schon der ein oder andere hier angeschafft.
    Ich habe auch darüber nachgedacht, bin aber davon abgekommen, da sie auch einen großen Nachteil hat. Wenn es geregnet hat oder allgemein feuchtes Wetter herrscht, musst Du die Matte nass/feucht einpacken.

  10. Ich bin grade wieder über diesen Tread gestolpert. Mittlerweile haben wir den Vorhang exakt so umgesetzt wie beschrieben. Das hat auch alles ganz gut geklappt.
    Damit sich die “Reling”, auf der die Haken laufen, nicht irgendwann abschubbert, habe ich eine Kuststoffleiste drübergeklemmt. Leider lassen sich die Haken darauf sehr schwer bewegen. Das ist jedes Mal ein ziemliches “gewürge”. Hat jemand vielleicht eine Idee, wie sich die Haken evtl. etwas leichter verschieben lassen?

  11. Hallo Pepper-Freunde,
    ich setze die tolle Lösung von Kaubo auch gerade um und habe dabei die Verbesserung von Gertrud berücksichtigt – Aluschiene 23 x 1,5 mm, alle 10 cm mit Stahlschrauben 3,5 mm an der „Reling“ befestigt.
    Wie habt ihr das mit den Hölzern für die „Reling“ oberhalb der Windschutzscheibe gemacht (ausgeschnitten oder gekürzt) oder hackt ihr zwei Hacken beim zusammenschieben der Vorhänge aus?
    Vielleicht habt ihr einen Tip.

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